Bürgerverein Golzwarden e. V.  seit 1911

Bürgerverein Golzwarden
Anschrift:

Dieter Poppe
1. Vorsitzender
Theodor-Dirks-Weg 7
26919 Brake
Tel.: 04401/81558



E-Mail: buergerverein-golzwarden@t-online.de

Der Bürgerverein Golzwarden

Als der Bürgerverein 1969 sein fünfzigjähriges Jubiläum feierte, konnte man nicht wissen, dass durch fehlerhafte mündliche Überlieferungen zu spät gefeiert wurde. Möglich, dass durch kriegsbedingte Pausen das Vereinsleben 1919 neu begann; das Gründungsdatum steht jedenfalls mit dem 31.10.1911 fest. (1) Aus den Bauernschaften Golzwarden, Schmalenfleth, Boitwarden und Rosenburg sollte der Kreis der Mitglieder kommen, wie eine vorher erschienene Zeitungsanzeige verlauten ließ.
Schon am Gründungsabend traten mehr als dreißig Mitglieder aus den eben genannten Bezirken dem Verein bei. Zu ihrem 1. Vorsitzenden wählte die Versammlung den Pastoren Wiesel, zu seinem Stellvertreter H. Harksen, als Kasenführer O. Höveling und als Schriftführer C. tom Diek.


Chronik

Mit der Zeitungsanzeige am 02.11.1911 im Weserboten lud der Bürgerverein Golzwarden und Umgebung für den folgenden Sonntag zu einer Versammlung im Vereinslokal Becker ein. Man gab sich eine Satzung, besprach die Mitglieder-Aufnahme und versuchte, mit einer Vorschlagsliste für die bevorstehenden Gemeinderatswahlen ersten bescheidenen Einfluss auszuüben.
Soweit die Nachrichten aus dem Gründungsjahr 1911. Da der Chronist sich für die Zeit nach dem 2. Weltkrieg nur auf sehr dürftiges Schriftmaterial stützen kann, beruft er sich vorwiegend auf die Aussagen älterer Mitbürger. Danach wurden im Bürgerverein die heimatlichen Bräuche innerhalb der Dorfgemeinschaft besonders bei Festen und Feiern gepflegt. Im Jahre 1926 kam mit der Gründung einer vereinseigenen Sterbekasse als weitere Aufgabe des Vereins die gegenseitige Unterstützung bei Sterbefällen hinzu. Je nach Alter war bei einem Beitrag von einer Reichsmark das Sterbegeld von 25 bis 75 RM gestaffelt. 1965 erhöhte sich das Sterbegeld auf 90 DM; mit dem Jahresende 1985 liefen die Leistungen der Sterbegeldkasse jedoch aus.

Erste Motorräder in den 20-ern

Nach dem völligen Daniederliegen des Vereinslebens in den letzten Jahren des 2. Weltkrieges und der Zeit danach kam es im Sommer 1947 zur Wiederaufnahme der Aktivitäten. Dafür musste der Alliierten Kontrollbehörde jedoch ein Vorstand präsentiert werden, der während des 3. Reiches `unbelastet` gewesen war. Die Ziele der wieder zugelassenen Vereine veröffentlichte der „Amtliche Anzeiger für den Landkreis Wesermarsch“. Unter dem Datum vom 03.07.1948 heißt es darin über die Aufgaben des Bürgervereins Golzwarden: „ Wahrung der kommunalpolitischen Belange beim Gemeinderat Ovelgönne. Förderung des kulturellen Lebens und der Pflege alter Sitten. Pflege des Gemeinschaftssinnes unter den Mitgliedern.“
Die erste Beitrittswelle erlebte der Verein im Jahre 1947, und bereits ein Jahr nach dem Neubeginn zählte man 150 Mitglieder. Bis zum Jahre 1988 sollten noch mehr als 100 hinzukommen. Mit Genugtuung stellte der Bürgerverein fest, dass bei der Flut von Neuaufnahme-Anträgen nach dem 2. Weltkrieg viele Neubürger darunter waren, die im Golzwarder Bürgerverein eine zusätzliche Möglichkeit des Sichkennenlernens suchten und auch fanden.


Mit dem Anlegen des Protokollbuches 1955 ist die weitere Vereinsgeschichte nachlesbar. Ziel und Zweck des Vereins sind in einer Satzung neu formuliert worden; Er will
a. heimatliches Brauchtum pflegen
b. die Bürger durch Vergnügen und Geselligkeit einander  
    näher bringen
c. die Bürger in und um Golzwarden in besonderen Fällen 
    nach außen Vertreten.


Wer denk bei dem erstgenannten Punkt nicht an das Aufstellen des 32 m hohen Pfingstbaumes? Unter lebhafter Teilnahme der Bevölkerung wird der buchsbaumgeschmückte Mast mit seinem begrünten und beflaggten Querbalken aufgerichtet. Weit sichtbar weht über vierzehn Tage die Fahne mit der Aufschrift „Golzwarden Hoch“ an der Spitze des Baumes. Festreden, Musik, Kindertänze unter dem Pfingstbaum, und in vielen Jahren der Pfingstball, bestimmen die Feiern. Nachts muss Wache gehalten werden, damit der Baum nicht `geklaut` wird, denn das würde beim Wiedereinlösen ein Fass Bier kosten. Als der Wind die alte Fahne zu sehr zerzaust hatte, erwarb man 1963 aus Spenden eine Neue. Dazu gesellte sich 1966 einer kleinere Fahne, die zur Verschönerung des Baumes beiträgt.
Ebenfalls unter der Regie des Bürgervereins findet jedes Jahr der Laternenumzug statt, und beim Osterfeuer wirkt der Verein auch mit. Weitere Möglichkeiten, sich bei Vergnügen und Veranstaltungen näher zu kommen, bieten der stets gut besuchte Kinderkarneval, der Kinder- und Erwachsenenausflug sowie das Herbstvergnügen.


Wie aus den Satzungen hervorgeht, ist mit der Vertretung von Bürgeranliegen ein weiteres Tätigkeitsfeld vorhanden. Seit den 50er Jahren nahm der Verein zu vielen Problemen der Ortsgestaltung Stellung, gab Anregungen und setzte Vorstellungen durch, wobei er häufig von den Ratsvertretern Ackermann und Rühlmann unterstützt wurde. Einige Beispiele seien hier genannt:
Da es mit der Ortsbeleuchtung noch in mehreren Straßen haperte, forderte der Bürgerverein die Aufstellung von Lampen an bestimmten Stellen. Ein Fußweg in Richtung Schule und nach Sinaburg wurde angeregt. Namenvorschläge für die neuen Straßen kamen aus den Reihen der Mitglieder. Manche Anregung bei den Wege- u. Bebauungsplänen, dem Bau der Leichenhalle und der neuen Fähre ging vom Bürgerverein aus und konnte berücksichtigt werden. Als die Diskussionen um die Gebietsreform entbrannten, kam es zur Gründung einer Bürgerinitiative, um die Interessen des Ortes besser wahren zu können. Auch mit der geplanten Erneuerung der L83 von Westerholt bis zur Boitwarder Kurve und dem Klärwerkvorhaben in Golzwardersiel setzte sich der Bürgerverein kritisch auseinander.


Freiwillige Feuerwehr

Löschübung an der Kirche in den 30-ern

Von den Männern, die im Verein in den letzten Jahrzehnten Verantwortung trugen, sind Christian Krieger, Hans Klostermann und August Hesemann genannt worden. Aus der Nachkriegszeit sind folgende 1. Vorsitzende bekannt:
Vor 1953-1967 Karl Struck
1967-1971 Hans Witte
1971-1976 Anton Oetken
seit 1976 Herbert v. Nethen



Für die Zukunft erhoffen die Vorstandsmitglieder noch mehr Anregungen und Unterstützungen, auch von den jüngeren Dorfbewohnern, damit der Bürgerverein seine Aufgaben zum Wohle aller weiterhin erfüllen kann.
Quelle: (1) Der Weserbote vom 02.11.1911



Soweit die Ausführungen von Gerd Müller, die er in seinem Buch „Golzwarden“ Chronik der früheren Gemeinde 1988 veröffentlicht hat.

Zu ergänzen wäre aus heutiger Sicht, dass der Verein unter dem Vorsitz von Helmut Hahl 1999 eine neue Satzung bekommen hat:

               § 3 Zweck und Tätigkeit des Vereins

Der Verein folgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützigen Zwecken im Sinne des Abschnitts „steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung.
Zweck des Vereins ist die Förderung der Heimatpflege und Heimatkunde. Der Satzungszweck wird verwirklicht durch die Durchführung heimatkundlicher und kultureller Veranstaltungen, sowie den Veranstaltungen von allgem. Interesse. In besonderen Fällen vertritt der Verein auch die Bürger in und um Golzwarden und Schmalenfleth. Der Verein ist selbstlos tätig. Er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke. Die Mitglieder erhalten keine Zuwendungen aus Mitteln des Vereins. Der Verein ist politisch und konfessionell ungebunden.

Die 1. Vorsitzenden:
1976 - 1991 Herbert v. Nethen
1992 - 1993 Willy Oetken
1994 - 1996 Dieter Schellstede
1997 - 2000 Helmut Hahl
2001 - 2003 Walter Böning
seit 2004 Dieter Poppe


Golzwarder Siel
Alte Dampfmühle,
heute Werkstatt von Kai Neuhaus
Milchwagen
Alte Golzwarder Schule an der Kirche
Schulabgänger 1956
Protest gegen Eingemeindung
Golzwarden sollte weiter zu Ovelgönne gehören.
Golzwarden aus der Luft
Ortsschild
Feuerwehr Schmalenfleth
Pfingstbaumsetzen Golzwarder Siel

Golzwarder Siel gibt es seit der Sturmflut von 1962 nicht mehr.
Heute Bereich der Fähre.

Golzwarder Bahnhof

Der Bahnhof wurde 1974 abgerissen.

Gasthof Becker

- dann Klempner und später Sommer.
Heute beherbergt das Gebäude keinen Gasthof mehr.


Gasthof Witte

Der Gasthof Witte lag gegenüber der Kirche und wurde abgerissen.


Golzwarder Schule

Richtfest an der Golzwarder Schule 1954.


Kreuzung

Kreuzung Sinaburger Str. / Raiffeisenstr. (früher Bahnhofstr.).



Golzwarder Bahnhof
Turnverein
Ausflug

Ausflug des Bürgervereins in den 50er Jahren.

Schulplatz

Schulplatz der alten Golzwarder Schule neben der Kirche.

Golzwarder Siel
Geschäft

Altes Golzwarder Geschäft


Alte Schmalenflether Schule

Die Bilder dieser Seite wurden zusammengetragen und fotografiert von Gerd Müller und Franz v. Ivernois.


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